Ich saß auf dem Holzboden meines Apartments und starrte auf eine Wand voller Post-its. Über Monate – ach, Jahre – hatte ich Zettel um Zettel beschrieben und sortiert, Mindmaps gezeichnet, Dokumente und Tabellen angelegt. Was sollte ich bloß mit meinem Leben anfangen?
Tief drinnen wusste ich es längst.
Als Teenager las ich Bücher über – hey, nicht lachen – wie man sein Leben vereinfacht, sein Zuhause organisiert, Körpersprache liest, ein erfülltes Leben führt, bessere Beziehungen aufbaut, Dinge erledigt bekommt. "Getting things done", genau.
Natürlich hatte ich zu der Zeit weder ein eigenes Zuhause zu organisieren, noch einen Job, geschweige denn eine Beziehung. Ah, und ich habe Psychothriller gelesen. Der Vollständigkeit halber.
Währenddessen übte ich fast täglich nach der Schule: Querflöte, Saxophon, Ensembleproben, Chor, Musiktheorie, Gehörbildung. Ja, ich war gut beschäftigt.
Irgendwann musste ich mich entscheiden. Musik oder Psychologie?
Ich habe Psychologie gewählt – mit Schwerpunkt Wirtschafts- und Weiterbildungspsychologie, mit Fokus auf Führung, Persönlichkeit und Teamdynamik. Aber 25+ Jahre auf der Bühne verschwinden nicht einfach.
Dann wurde mir klar: Wenn ich wirklich davon überzeugt war, was ich mir täglich selber sagte, dann sollte mein Verhalten das auch widerspiegeln. Denn die größte Wirkung hätte ich als Coach – weil Coaching einfach alles von mir vereint.